Atlantiküberquerung 4. Teil

Am 3. und 4. Tag lagen die Etmale wieder bei 133 und 136 Meilen, was ungefähr einen Schnitt von 5,5 Knoten bedeutete. Ich hoffte einen weiteren schönen Segeltag zu erleben, doch es kam anders als gedacht und so stand dieser Tag unter Murhys Law, mit einer Verkettung von Problemen.

Als erstes stellte ich fest, das eines der Steuerseile an der Aries (Windfahnensteuerung) durchzuscheuern drohte. Ich nähte an dem alten Seil ein neues an, barg den Blister und stand außen auf der Badeleiter und zog das neue Seil ein, immer ein Auge im Wasser habend, um nach den großen hungrigen Hai Ausschau zu halten. Dieser kam natürlich nicht, obwohl ich so nackig wie ich war ein Leckerbissen sein sollte.

Ich setzte wieder den Blister, doch irgendwann drohte er sich immer ums Vorstag zu wickeln. Wind war genug da und eigentlich sollte die Aries den Kurs sauber halten, doch sie luvte zu stark an, wofür ich erst keine Erklärung fand. Ich wollte gerade den Blister bergen und den Ghoster, das 55 qm Leichtwindsegel setzen, als das Tauwerk vom Block riss. Schnell barg ich den schlagenden Blister und verzichtete auf den Ghoster, da der Wind plötzlich auffrischte.

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Ich zog an den Genuaschoten, doch die hatten sich am Vorstag plötzlich dermaßen vertörnt, das dort ein Wulling entstand, der mich dazu zwang die Schoten von der Genua zu lösen. Durch den auffrischenden Wind wickelte sich die Genua plötzlich selbst um das Vorstag, so das die Aufrollleine der Rollanlage plötzlich zu kurz war, um die Genua aufzurollen und wieder zu bändigen. Unangeschnallt stand ich auf dem Bugkorb meiner tanzenden Tara und versuchte das Segel zu bändigen. Über eine Stunde brauchte ich um das System wieder sauber ans laufen zu bekommen. Am Ende war ich nassgeschwitzt und flügellahm und verlieh mir das silberne Band des Schotenbändigers für die technische Leistung des vertörnens der Tampen.

Nach dieser Tat beruhigte sich auch wieder der Wind und ich setzte dann doch wieder den Ghoster und da der Ausbaumer nicht passte, befolgte ich den Tip von Freunden, befestigte einen Block am Großbaum und fuhr darüber die Schot des Ghosters.

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